So leicht passiert es

 

Während eines Meditationsretreats bekam ich die Aufgabe die Leidensgeschichte Jesu zu meditieren. Eine bewährte Übung aus dem Exerzitienbuch des Hl. Ignatius. Welchen Menschen begegnet Jesus zwischen Abendmahl und Kreuzigung? Und wer fügt ihm welches Leid zu?

 

Man kennt gemeinhin den Judaskuss und die Hände, die Pilatus sich zu Beteuerung seiner Unschuld wäscht. Und dann fallen einem noch die schlafenden Jünger und die folternden Knechte ein. 

Und es gibt so viel mehr Handlungen, die beschrieben werden: lügen, verleumden, verhöhnen….

 

Ich kannte die Szenen. Und sie haben mich kalt gelassen. Dann schlief ich ein. Als ich aufwachte, wurde mir die unfassbare Menge an Schrecklichkeiten bewusst. Ich spürte die Taten, die jede einzelne ihren Teil zu Jesu Spießrutenlauf beigetragen hat. Viele dieser Taten waren nicht bewusst geplant. Sie waren nicht vorsätzlich. Sie sind passiert. Und hatten eine Wirkung.

 

Wie oft passiert das in unserem Leben, in unserem Alltag, dass wir etwas tun, was anderen Leid zu fügt, obwohl wir das gar nicht beabsichtigt haben?

 

Blödes Beispiel: Ich liebe Insekten. In den letzten 30 Jahren sind in Europa 25% der Insekten ausgerottet worden. Ich wollte das nicht. Trotzdem habe ich durch meinen Lebensstil dazu beigetragen.

 

Im Folgenden habe ich eine kurze Liste jener Taten, die böse ausgegangen und mir mir beim Meditieren begegnet sind, dargestellt und mit Hilfe meines Freundes Jürgen Sturany fotografisch festgehalten. Ich konnte mich gut in jede einzelne Situation hineinversetzen. Das ist mir nicht schwer gefallen. Wahrscheinlich sind mir diese bösen Taten vertrauter, als ich dachte.